Erbe und Auftrag

Im Interview erläutern die hogast-Geschäftsführer Barbara Schenk und Günther Obmascher, welche Erfahrungen und Erfolge der vergangenen 40 Jahre direkten Einfluss auf heutige Entscheidungen und zukünftige Entwicklungen haben.
Mag. Barbara Schenk und Günther Obmascher, hogast-Geschäftsführung
Mag. Barbara Schenk und Günther Obmascher

ahead: Anlässlich des Jubiläums haben Sie sich beide mit der Vergangenheit des Unternehmens beschäftigt. Was fasziniert und bewegt Sie am meisten?

Barbara Schenk: Dass dieses Unternehmen überhaupt entstanden ist. Die Gründer haben äußerst visionär Eigeninteressen zurückgestellt und sich mit der hogast gemeinsam Vorteile verschafft bei Dingen, die für sie nicht wettbewerbsentscheidend sind. Immerhin waren und sind die Mitglieder ja trotz alledem Mitbewerber.

Günther Obmascher: Mich begeistert die Entwicklung, also das enorme Wachstum bei Mitgliedern und Leistungen über die vergangenen 40 Jahre. Auch die Loyalität der Mitglieder zu ihrer hogast und der Zusammenhalt draußen in den Regionen sind einmalig.

ahead: Was waren für Sie die wichtigsten Momente, in denen die hogast klar der Zeit voraus war und dadurch der Branche einen Vorsprung verschafft hat?

Günther Obmascher: Ganz klar bei der Einführung des regionalen Gruppeneinkaufs in den 90er-Jahren. Wir nehmen so Rücksicht auf die Gegebenheiten vor Ort und konzentrieren den Einkauf einer Gruppe von Betrieben verbindlich auf die besten Anbieter in der Region. Auch beim Stromeinkauf können wir schon seit vielen Jahren mit unserem Kontingenteinkauf phänomenale Ergebnisse erzielen, Basis dafür ist das Vertrauen unserer Mitglieder, von denen uns schon fast 80 Prozent eine Vollmacht dafür gegeben haben.

Barbara Schenk: Wie früh die digitale Welt genutzt wurde. Heute haben wir mit EasyGoing eine elektronische Plattform, die gewaltig ist. Wenn dieser Weg damals nicht rechtzeitig beschritten worden wäre, wären wir heute nicht dort, wo wir sind.

ahead: Sie beide sind ja nun schon viele Jahre für die hogast im Einsatz. Was waren Ihre persönlichen Sternstunden in dieser Zeit?

Günther Obmascher: Um die Jahrtausendwende haben wir allein in Tirol einen Umsatz von einer Milliarde Schilling erreicht. Dazu haben wir es geschafft, endlich auch im Paznaun Fuß zu fassen, wo wir bis dahin kein Mitglied hatten. Das hat sich dann aber sprunghaft geändert – wir haben mit einem Betrieb angefangen und hatten innerhalb von drei Monaten 25 neue Mitglieder.

Barbara Schenk: Für mich ist es die Entwicklung im Investitionsgüterbereich. Hier hat uns lange das volle Vertrauen unserer Mitglieder gefehlt, um richtig durchzustarten. Mittlerweile beweisen wir Tag für Tag mit einem starken Team, dass wir das können – was sich nicht mehr nur in der Qualität der Dienstleistungen ausdrückt, sondern auch in den Umsätzen, die über uns abgerechnet werden.

ahead: Wenn Sie den Blick von der Vergangenheit in die Zukunft schweifen lassen: Was nehmen Sie mit als Auftrag für zukünftige Aufgaben und Herausforderungen?

Barbara Schenk: Effizienz – wir sind trotz unseres Wachstums und unserer Größe sehr effizient und kostenbewusst geblieben. Dieser verantwortungsbewusste und bodenständige Umgang mit den Mitteln der Eigentümer ist unser wichtigster Auftrag.

Günther Obmascher: Ständig in allen Bereichen noch besser werden, schnell sein, nur so bleibt man einen Schritt voraus. Das hat bislang klar unseren Erfolg ausgemacht. Möglich wird das durch unseren ständigen Austausch mit den Betrieben und die intensive Arbeit mit den Beiräten, die ebenso wie unsere Aufsichtsräte Unglaubliches für die gesamte Organisation leisten.

 

Günther Obmascher
Mag. Barbara Schenk
Die Loyalität der Mitglieder zur hogast und der Zusammenhalt draußen in den Regionen sind einmalig.
Günther Obmascher, hogast-Geschäftsführer