Pioniere mit Weitblick

Die Gründung der hogast war nur möglich, weil Pioniere ihre kurzfristigen Eigeninteressen für eine visionäre Idee zurückgestellt haben. Einige davon werden hier näher vorgestellt, sie stehen stellvertretend für viele andere, die seither unfassbar viel Zeit und Energie in die Verwirklichung eines damals noch unsicheren Vorhabens investiert haben. Sie alle haben eine große Bühne verdient: Daher gibt es den Menüpunkt "Ihr Beitrag“, wo Erinnerungen veröffentlicht werden können, die hier fehlen.
hogast-Pioniere
1975 beschlossen weitsichtige Touristiker und Gastronomen, gemeinsam eine österreichweit tätige Einkaufsorganisation zu schaffen. Detailansicht per Klick auf das Bild.

Erfahrungsaustausch, kurz ERFA: Das wollten acht Betriebe quer durch Oberösterreich und die Begeisterung war groß. Initiator war Max Eidlhuber, damals Gastwirt und Hotelier, heute Präsident der Vereinigung „Schlosshotels und Herrenhäuser“. Schon bald kristallisierte sich der Einkauf als gemeinsamer Nenner heraus: „Wir haben bei Rechberger Glas und Porzellan gemeinsam bestellt und bei Morandell Wein und Getränke“, erinnert sich Eidlhuber. Schon damals sei klar gewesen, dass es eine breitere Basis braucht, um gute Ergebnisse zu erzielen. Nachdem Helmut Peter vom Weissen Rössl zur Truppe gestoßen war, nahm der Plan an Fahrt auf. Eidlhuber und Peter tourten durch Österreich und nutzten vornehmlich ÖHV-Landesversammlungen, um Kollegen von den Vorteilen eines gemeinsamen österreichweiten Einkaufs zu überzeugen.

Wenig Überzeugung brauchte es bei Siegfried Brandstätter vom Seehotel Jägerwirt auf der Turracher Höhe: „Auch unsere ERFA-Gruppe hat sich damals am gemeinsamen Einkauf versucht, aber die Ergebnisse waren bescheiden.“ Es sei klar gewesen, dass es ein professionelles Management braucht. Die gesamte Gruppe sei daher geschlossen und mit Begeisterung in die hogast eingetreten. Mehr Erfahrung und Erfolg mit dem gemeinsamen Einkauf hatte die ERFA-Gruppe Kärntner Oberland, die bereits ein beachtliches Umsatzvolumen auf- weisen konnte. Die dortigen Protagonisten waren Reinhard Pulverer und Günther Ronacher, die Bad Kleinkirchheim auf den Weg zur Tourismushochburg geführt haben, sowie Arnold Pucher, der das Nassfeld erschlossen hat. Auch sie waren von Anfang an Feuer und Flamme für die hogast.

In Vorarlberg konnte Helmut Schwärzler der ERFA-Gruppe Arlberg-Montafon-Brandnertal seine Erfahrungen mit der Schweizer Einkaufsgesellschaft HOWEG schildern, in der er Mitglied mit seinem liechtensteinischen Betrieb war. Auch aus dieser Erfahrung heraus war von Anfang an klar, dass die hogast selbst kein Lager und keine Auslieferung betreiben würde. Die Vorarlberger strebten ebenso wie die anderen Gruppen einen österreichweiten Zusammenschluss an. Die hogast fand aber auch frühe Unterstützer, die sich nicht dem Erfahrungsaustausch verschrieben hatten: Aus Salzburg war Karl Fellner mit dem Hotel Pitter von Anfang an dabei, in Kitzbühel waren DDr. Herbert Thurner vom Hotel Ehrenbachhöhe und Eva von Pasquali vom Hotel Tennerhof starke Fürsprecher und in Wien engagierte sich Direktor Gerhard Paul vom Hotel Bristol ab der ersten Stunde.

Zwei weitere relevante Unterstützer fanden sich in Wien: Die Österreichische Volksbanken AG (ÖVAG) und die Österreichische Hoteliervereinigung (ÖHV). ÖVAG-Generaldirektor Erich Werner kam anderen Unterstützungsangeboten – etwa vom umtriebigen Ministerialrat Dr. Anton Würzl – zuvor, indem er 500.000 Schilling für die Startphase der hogast bereitstellte. Entscheidend war auch die Unterstützung der ÖHV. Die damalige Generalsekretärin Eva Träxler ermöglichte es den hogast-Proponenten, ihre Ziele und Ideen bei den Landesversammlungen vorzustellen, um erste Mitglieder zu gewinnen. „Ohne ÖHV gäbe es die hogast heute nicht“, sagt Helmut Peter.

Max Eidlhuber ist überzeugt, dass es das frühe Engagement einer vergleichsweise großen Anzahl von namhaften Hoteliers und Gastronomen war, das zum schnellen Wachstum der hogast geführt hat: „Es hat wesentlich zum Gelingen beigetragen, dass so viele Persönlichkeiten aus ganz Österreich von der Idee überzeugt waren und die entsprechende Unterstützung bei der Gründung und beim Aufbau der hogast geleistet haben.“