1989 - Fall der Kreditkartenmauer

1989 - Fall der Kreditkartenmauer
1989 brachte die hogast die Kreditkartenmauer zum Einsturz

1989 ist nicht nur die Berliner Mauer gefallen, auch hierzulande haben starre Strukturen zu bröckeln begonnen. Die steigenden Disagio-Sätze bei Kreditkarten waren den hogast-Mitgliedern schon länger ein Dorn im Auge. Da Verhandlungen darüber nicht gefruchtet hatten, entschied sich die hogast zum Generalboykott: 650 der damals 670 Mitglieder unterschrieben eine Blanko-Kündigung, um die hogast in den Verhandlungen zu stärken. Die Kreditkartenfirmen waren darüber „not amused“, es gab Krisensitzungen und sogar eine Empörung über diese Vorgangsweise in einem Radiobeitrag. Aber der Kampf hat damit erst begonnen.

Immer noch nicht zufrieden, gründete die hogast kurzerhand ein eigenes Tochterunternehmen für das bargeldlose Bezahlen, nämlich hobex, an dem die hogast seit 1997 noch zu 10 Prozent beteiligt ist. Und an der Front der Kreditkarten-Abwicklung führte eine gemeinsame Klage mit der ÖHV bei der EU zum Erfolg: Das Monopol wurde gelöst und kurz darauf wechselte eine relevante Anzahl von Hoteliers und Gastronomen zu einem neuen Anbieter, mit dem bereits bessere Konditionen verhandelt waren. Auch wenn dieser Kampf lange gedauert hat – er konnte überhaupt erst geführt werden, weil man gemeinsam aufgetreten ist. Viele Millionen Euro Ersparnis für die Branche seither sprechen dafür, solche Kämpfe auszutragen.

 

Wenn wir nichts unternommen hätten, wären die Disagio-Sätze immer weiter gestiegen.
Siegfried Brandstätter, damals Aufsichtsratsvorsitzender